Dienstag, 09 Oktober 2018 16:42

Falsch justierter Blitzer - Stadt kassiert Fahrer ab

Im Schwäbisch Gmünder Einhorn-Tunnel wurde monatelang zu Unrecht geblitzt. Rund 4000 Lkw-Fahrer sind betroffen. Erlaubt waren 80 Stundenkilometer, geblitzt aber wurden die Lastkraftwagen schon bei 60 km/h. 800 Fahrer bekamen nicht nur ein Bußgeld, sondern auch Punkte in Flensburg aufgebrummt. Wer bereits bezahlt hat, guckt in die Röhre. Denn mit der Zahlung habe man den Vorwurf automatisch anerkannt, sagt die Stadt.

Jan Ginhold, Geschäftsführer der Berliner Coduka GmbH, ist über das Verhalten der Stadt empört: "Es ist doch skandalös, dass gerade Berufsfahrer grundlos Punkte in Flensburg erhalten. Das könnte im Einzelfall den Entzug der Fahrerlaubnis zur Folge haben und ist somit existenzgefährdend. Wer wie die Bußgeldstelle einen Fehler gemacht hat, muss auch dafür geradestehen."

Wie das gehen soll, weiß Ginhold auch - schließlich hat es sich das Legal Tech Unternehmen seit 2013 zur Aufgabe gemacht, Verkehrsteilnehmern über den Online-Service Geblitzt.de kostenfrei zu helfen. "Es liegt im Ermessen der Stadt, Bußgelder zu erstatten. Das wäre nur fair gegenüber den geprellten Fahrern. Doch wenn das nicht geschieht, können sich Betroffene mittels eines Gnadengesuchs selbst an die Behörden wenden."

Die Coduka GmbH arbeitet eng zusammen mit zwei großen Anwaltskanzleien, deren Verkehrsrechtsanwälte bundesweit vertreten sind. Die Zahlen können sich sehen lassen. Täglich erreicht das Geblitzt.de-Team eine Flut von Anhörungsbögen und Bußgeldbescheiden. 12 % der betreuten Fälle werden eingestellt, bei weiteren 35 % besteht die Möglichkeit einer Strafreduzierung.

Und wie finanziert sich das kostenfreie Geschäftsmodell? Durch die Erlöse aus Lizenzen einer selbst entwickelten Software, mit der die Anwälte ihre Fälle deutlich effizienter bearbeiten können. Somit leistet die Coduka GmbH aufgrund des Einsatzes von Legal-Tech-Lösungen Pionierarbeit auf dem Gebiet der Prozessfinanzierung.

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